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Die fast vergessene Deutschlandtour

Die fast vergessene Deutschlandtour 2004

Lang, lang ist´s her, aber in letzter Zeit habe ich recht häufig an unsere Deutschlandtour vor mittlerweile 16 Jahren gedacht. Das große WARUM? muss ich wohl keinem erklären.

Da wir, als Familie oder auch damals noch als „nur“ Paar, es lieben zu reisen und neue Kulturen zu entdecken hat es uns schon in verschiedene Länder oder auch auf andere Kontinentegezogen.ZumBeispielwaren wir in Südafrika, auf Guadeloupe, auf den Seychellen, Hawaii, Puerto Rico und vielen anderen Orten auf dieser Welt.

Wie wir ja alle wissen, hat sich die Zeit geändert und das Reisen ist nicht mehr so selbstverständlich wie noch vor einem Jahr. ..und tatsächlich ziemlich genau vor 1 Jahr (Ende Februar2020)warenmeinMann und ich noch auf den Seychellen und haben unser 20-jähriges im Indischen Ozean genossen und gefeiert. Damals wurde am Flughafen in Mahé schon Fieber gemessen und somit gecheckt,obmaneinreisendarf. Allerdings hat man sich das Ausmaß wie es geworden ist noch nicht im Traum ausmalen können.

Aber zurück zum ursprünglichen Thema:

Wer weiß, wann wir wieder solche Urlaube über den ganzen Globus wieder machen können? ...jedenfalls ohne das dumpfe Gefühl. Daher habe ich nun eine uralte Geschichte ausgepackt. Leider kann ich mich nicht mehr an jedes Detail, oder die genauen Namen der Campingplätze erinnern. Allerdings bin ich mir eines sehr bewusst.... es war mega spaßig, nicht teuer und wir haben wunderschöne Städte in Deutschland, also dahoam kennengelernt.

 
Es waren einmal... 5 Freunde von denen Eine das Ziel hatte zum `Red-Bull-Flugtag´nach Hamburg zu fahren. Sie hatte im Fernsehen, oder Radio oder wie die ganzen Medien früher hießen gesehen, dass sich paar Verrückte von einer Rampe mit selbst gebauten Fahrzeugen ins Wasser stürzen und versuchen zu fliiiiiiiegen. Ums kurz zu machen: Ich hab mich schon bei der Werbung weggeschmissen und wollte dort unbedingt hin. 
Beim nächsten Treffen hab ich meine Idee ein paar Freunden vorgeschlagen (Hach, ein Treffen mit vielen Freunden...wie schön wäre das mal wieder 😩). Sofort waren Einige total angefixt und aus dem Flug nach Hamburg wurde eine Autofahrt, aus der Autofahrt wurde ein Roadtrip mit Zwischenstopps und aus dem Roadtrip wurde ein 1-wöchiges Camping-Abenteuer durch Deutschland mit Ziel: Red Bull Flugtag in Hamburg.

Gesagt - getan! 

Im August war es dann soweit: 1 Auto, 5 Freunde, 5 Rucksäcke, 3 Zelte mit Zubehör, 9 Ziele!  
Und in diesem einen Satz liegt schon ein größeres Problemchen, dass wir am Abreisetag feststellen mussten. Wie passt das ganze Zeug in einen 3er BMW - immerhin Kombi.
Nach einer gefühlten Ewigkeit mit einem langen Tetrisspiel im Kofferraum hat am Ende tatsächlich alles reingepasst und die Fahrt konnte losgehen.

LEGOLAND GÜNZBURG

Unser erster Stopp war das Legoland in Günzburg. Ja, ich weiß, manche denken: Wo haben die jetzt die Kinder noch her gehabt. Aber es ist tatsächlich auch ohne diese Kinder einen Ausflug wert. Es gibt Fahrgeschäfte, Essenbuden, Shows und nicht zu vergessen, die große kleine Welt der liebevoll gebauten Lego-Bauten. (Ich werde hier keine Bilder einfügen, da die von vor 16 Jahren sicher nicht mehr aktuell sind. (...aber hier geht´s zum Link www.legoland.de 


Hier kann man sich den ganzen Tag aufhalten, ohne dass es langweilig wird. 

ROTHENBURG o.d. TAUBER

Am nächsten morgen, nach dem Frühstück führte unsere Reise entlang der sogenannten `romantischen Straßé nach Rothenburg o.d. Tauber. Die früher noch entspannte, schön begrünte Landstraße musste jedoch größtenteils einer vierspurigen Bundesstraße weichen und die sogenannte `Romantik´ kann man somit leider nicht mehr sehen. 

Als wir etwas später aber in Rothenburg ankamen, war die Enttäuschung jedoch wie weggeblasen. Der Mitteraltercharme der kleinen Stadt zog alle sofort in seinen Bann. Ein Spaziergang über die Stadtmauer, schlendern durch die Gässchen und die vielen kleinen Cafés mit dem typischen Rothenburger Gebäck - der Schneeball - machten den Vormittag perfekt.

WÜRZBURG

Nach 4 Stunden ging es aber dann schon weiter, da auf dem Plan für heute auch noch Würzburg stand. Die 1 stündige Autofahrt war im Nu geschafft und die nächste kleine Stadt wartete auf uns. 
Hier lohnt sich ein Blick in die Residenz und den Residenzgarten. Und auch wenn ich keine große Wandermaus bin, war sofort klar, dass wir auf die Marienburg gehen. Nach einem Mini-Anstieg konnte man von dort aus auf die ganze Stadt schauen. Des war scho schee. Nach einem guten Essen....mhhh an die Kässpatzn kann ich mich heute noch erinnern mussten wir auf die Suche nach dem nächsten Campingplatz gehen. Naja, viele gab es nicht, und schön war er auch nicht, aber da neben an gleich ein Fußballplatz war, hatten wir sogar Abendprogramm und haben den Jungs beim Training zugeschaut. 😁...war ganz ansehnlich 😉.

HEIDELBERG - DIE STUDENTENSTADT

Der nächste Tag führt uns nach Heidelberg. Auch hier schlummert ein schnuckeliges Schätzchen. Eine wunderschöne Innenstadt mit vielen Cafés und Boutiquen hat einfach was. Und wie der Name schon sagt, befindet sich Heidelberg....ja richtig...auf einem Berg. In der Studentenstadt geht es bergauf und bergab und wieder bergauf...gefühlt war es eigentlich nur bergauf.
Aber damit sich das ganze bergauf auch lohnt, sind wir natürlich gleich noch zur Schloss Heidelberg aufgestiegen. Zu einer der ältesten Ruinen Deutschlands sollte man auf jeden Fall besuchen. Die Aussicht über die Natur und die Stadt war wirklich schön. Unsere Männer hat allerdings eher das mega große Fass beeindruckt...die Banausen. Außer dem Fass gab es aber auch noch das Apothekermuseum und den schönen Schlossgarten.
Zum Abschluss dachten wir, gehen wir nicht wieder langweilig bergab...nein wir gehen noch mal kurz den Philosophenweg 700m steil bergauf. ...das das für mich kein Spaß war, weiß ich auch noch ganz genau. (Manches verankert sich einfach im Gedächtnis). 

      
KÖLN

Der nächste Tag begann mit Regen, aber da es von Heidelberg aus direkt nach Köln gehen sollte und eine 2,5 stündige Autofahrt vor uns lag war das einzig Blöde, dass wir nasse Zelteeinpackenmussten. 
Als wir dann am Campingplatz in Köln eingecheckt und es uns für die nächsten 2 Tage ´gemütlich´ eingerichtet hatten, ging’s ab in die Stadt. Die erste Frage, die wir uns alle stellten war: Was stinkt denn hier so? Die erste Vermutung war, dass eine Kläranlage oder so in der Nähe war, also versuchten wir es anfangs zu ignorieren und gingen weiter Richtung Schokoladenmuseum. Ups, geschlossen. Naja, dann fahren wir halt mit dem Schokoexpress (Bimmelbahn) in die Innenstadt. Heute wird erstmal noch bissi gebummelt, Käffchen getrunken und haben die Eindrücke der schönen Innenstadt auf uns wirken lassen.Leider wird dieser Eindruck der Stadt immer wieder durch diesen Geruch vernebelt.  
Dann ging’s zurück zum Campingplatz und der Grill wurde mal wieder angeheizt. Mei, damals war´s halt im August abends noch richtig schön warm und wir konnten den Abend draußenausklingenlassen. 

Der 2. Tag in Köln begann natürlich mit einer sportlichen Herausforderung. Denn was ist Voraussetzung bei einer Sightseeing-Tour in Köln....richtig! Ab auf den Kölner Dom. Angeblich soll der Turm386Stufen haben....aber nach unseren Mitzählversuchen haben wir wohl alle unterschiedliche Routen nach oben genommen, da wirklich keiner auf 386 Stufen gekommen ist. 😁 Und leider, leider wurden wir für unser Sportprogramm nicht so richtig belohnt. Bei der Aussicht des Turmes dominierten Baukräne und ein typischer, hässlicher Hafen. ..und außerdem standen wir wohl im Hotspot des schrecklichen Geruchs. 

Nach diesem Aufstieg dachten wir uns dann kurzerhand, dass wir nochmal beim Schokoladenmuseum vorbeischauen und uns mit der leckeren Schokolade eindecken. Sieht da, es war offen. Im Museum konnte man sich über die Kakaobohnen oder auch über die Herstellung der verschiedenen Schokoladensorten informieren. Wusstet ihr, dass es gar keine lila Kuh gibt, bei der Schokolade aus dem Euter kommt...😉 ..schau` Schon wieder was gelernt....

Danach schlenderten wir einfach durch die verschieden Stadtviertel - in Köln Veedel genannt. Von welchem zu welchen wir gelaufen sind, kann ich nicht mehr sagen, aber in Nippes haben wir lecker Schnitzel gegessen und im Severinveedel gab´s die viiiiiiielen kleinen Kölsch. Hier könnt ihr euch noch paar Tipps für eure Reise holen: https://www.reisereporter.de/reiseziele/europa/deutschland/nordrhein-westfalen/koeln



BREMEN

Tag 6: Welcome to Bremen! Wow! Was für ein Kulturschock. Nach der eher industriellen Stadt Köln kamen wir in der Hansestadt Bremen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Obwohl sie die 11. größte Stadt in Deutschland ist, hat sie einen wunderbaren Charme mit dem berühmten Schnoorviertel, das mit seinen vielen kleinen Geschäftchen, Gässchen, Caféchen und allem Möglichen mit ...chen glänzt. Am Marktplatz mit dem St. Petri Dom und dem Rathaus - vor dem natürlich die Bremer Stadtmusikanten stehen haben wir uns ein leckeres Mittagessen gegönnt. Das Focke-Museum haben wir nicht angeschaut, schon alleine weil das sonnige Wetter zu einem gemütlichen Spaziergang an der Weser eingeladen hat. Nach dem chilligen Schlendern entlang des Flussufers wollten wir unser Abendessen entspannt am Meer genießen. Also haben wir uns ein paar Hendl, Semmeln und auch ein paar Bierchen besorgt und sind auf gut Glück Richtung Meer gefahren. Und da nur zwei von fünf Personen gegen den holprigen,verkehrsberuhigten Schotterweg waren und wir das Wasser quasi schon riechen konnten, sind wir am Ende dann an einer (zwar sehr steinigen) Meeresbucht angekommen.
Und? Was ist denn das? Als wir es uns auf den Felsen mit unserem Essen halbwegs gemütlich gemacht hatten, kam im Hintergrund: Kompliment (...na wer kennt´s? Strengt mal die Gehirnzellen der 90gerJahre Klassiker an...). Genau, die Sportfreunde Stiller gaben anscheinend ganz in der Nähe ein Konzert. Perfekt! So kann der Tag definitiv ausklingen.
Aber es sollte noch nicht genug sein. Unten am Wasser glitzert etwas...ein Schatz!!! Ein Einhorn? Nein, natürlich nicht...das hier ist ja auch keine Phantasiegeschichte. Es war eine Flasche. Na toll! Als wir sie aufheben und entsorgen wollten, haben wir allerdings einen Zettel in der Falsche entdeckt. Ohhhhhh! Es war tatsächlich eine Flaschenpost, wie aufregend! ...also doch ein kleiner Schatz!!!
Auf dem Zettel war ein Brief von einem Brautpaar, das bei jeder Rückgesendeten Post ein Geschenk von den Trauzeugen erhält.
(Natürlich haben wir zurückgeschrieben und nach ein paar Wochen auch eine Antwort erhalten, wie sehr sie sich bedanken und es unglaublich ist, dass wir Münchner in Bremen eine Flaschenpost aus Verden finden)
Wirklich ein unvergesslicher Abend! 
Büsum

Tag 7: Mittlerweile sind wir bereits eine Woche unterwegs, aber den kleinen Umweg bevor es zum eigentlichen Ziel Hamburg geht müssen wir einfach noch einschlagen. Somit verschlägt es uns noch insNordseebad Büsum. Ein kleines verschlafenes Städtchen direkt ans Meer. Und direkt am Meer ist auch unser Campingplatz. Das schöne Wetter haben wir allerdings in Bremen gelassen und somit zischt derWind uns schon beim Zeltaufbau um die Ohren. Da wir aber bereits erprobte Zeltaufbauer sind, funktioniert dies im ersten Step ganz gut.
Also erstmal auf ins Zentrum des 5000 Seelen Ortes. Im Touristenörtchen gönnen wir uns (bis auf den einen Fischverächter von uns) leckere Fisch- bzw. Krabbenspezialitäten und probieren natürlich alle den berühmten Eiergrog (naja Geschmackssache würde ich sagen). Beim Verdauungsspaziergang haben wir uns natürlich das denkmalgeschützte Rathaus und die Kirche angeschaut. Auf dem Weg zum Leuchtturm wurden wir aber schnell eingebremst. Mittlerweile hat der Wind sich in einen Sturm verwandelt und wir sind einfach nicht mehr weiter gekommen. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Wir haben uns im 90 Grad Winkel in den Wind gelegt und sind nicht vorwärts gekommen. Plötzlich haben wir bissi Panik bekommen und sind auf direktem Weg zum Zeltplatz gegangen. ...gerade noch rechtzeitig!Unsere Zelte waren schon kurz vorm Abheben. Auch die Autos vor unseren Zelten konnten die Sturmböen nicht wirklich aufhalten. Somit hieß es...ab in die Koje und versuchen in der Nacht nicht wegzufliegen. Bis auf mich, haben die anderen kein Auge zugetan. Anscheinend ist der Wind um ca. 4 Uhr Nachts abgeflacht und unsere Behausungen haben sich nicht mehr ganz so heftig durchgebogen.

Nach dieser aufregenden Nacht ging es aber nun schlussendlich nach  

Hamburg 

Da die Veranstaltung erst morgen nachmittag beginnt, wollen wir davor natürlich erstmal die Hansestadt erkunden. Und wer schon mal in Hamburg war, weiß natürlich auch, dass die Hafenrundfahrt durchdieSpeicherstadt nicht fehlen darf. Also ging’s nach dem Zeltaufbau ab zum Hafen. Voll witzig fand ich, dass auch Schiffe zum öffentlichen Verkehrsmittel gehören, d.h. wenn du dein Tagesticketgelösthast, dann gehört da nicht nur die U-Bahn, S-Bahn, Bus, sondern auch das Schiff dazu. Hihi! 
Nach unserer gemütlichen Bootstour mussten endlich, endlich mal wieder ein Anstieg her. Kann ja nicht sein, dass wir schon seit 3 Tagen nirgends mehr aufgestiegen oder hochgewandert sind. Also,raufauf die St-Michaelis Kirche, die eher bekannt ist unter der` Michel`. So, und was ist das zweite To-Do auf der Hamburg-Liste? Natürlich! Der Fischmarkt in den frühen Morgenstunden! Also, raus ausden-nicht vorhandenen- Federn, Zeltabbau und ab zu den Marktschreiern um 5:00 Uhr morgens. Ehrlich gesagt, war es mir als Morgenmuffel bissi zu hektisch, also erstmal nen Kaffee in der Markthalle -ohMist hier spielt schon eine Band und die Stimmung ist für diese Uhrzeit viel zu ausgelassen und alles andere als Morgenmuffel tauglich. Aber trotzdem ist es sehr beeindruckend und ich bin mirauchsicher, wäre unser Auto nicht mit 5 Personen, Zelten usw. schon bis auf den letzten Zentimeter voll belegt gewesen, hätten wir sicher noch den ein oder anderen Korb mit frischem Obst oderPflanzenmitgenommen.

Jetzt war es aber endlich so weit: Der Red-Bull-Flugtag konnte beginnen! Also, ab aufs Gelände und sich von der ausgelassenen Partystimmung mitreißen lassen. Im Wesentlichen stürzten ein paar Freizeitbastler mit ihren selbst entworfenen und zusammen geschraubten Gefährten ins Wasser. Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht mehr erinnern, nach welchem Kriterium der Sieger gekürt worden ist? Entweder nach dem witzigsten Gefährt oder auch nach dem weitestem Sprung? Egal. Es war auf jeden Fall sehr witzig und ein wunderbarer Abschluss des ganzen Roadtripps durch unsere wunderschöne Heimat!


Nach der Party des Tages ging es allerdings recht schnell und auf direktem Weg wieder Richtung Süden. 

Schlappe 800km hat unserer Fahrer in ein paar Stunden runtergerissen und wir waren dann doch ganz schön froh, als wir alle wieder zu Hause in unserem gemütlichen Betten lagen. 
Aber es hat sich sowas von gelohnt!!! Also, falls ihr dieses Jahr noch keinen anderen Urlaub gebucht habt, kann ich euch eine Tour durch Deutschland einfach nur empfehlen! Es gibt auch hier viel zu sehen und zu erleben. 

Also bei mir war die Tour nur der Anfang von vielen Städtetrips durch Deutschland. Und immer wieder wurde ich von vielen Orten überrascht. Leipzig, Berlin - eh klar, Nürnberg, Regensburg, uvm. Lasst euch verzaubern!

Hiermit wünsche ich euch einen super schönen Sommer und viel Spaß bei euren Erkundungstouren

Caro





PS: Eigentlich sollten hier Bilder rein, aber da es schon so viele Jahre her ist, ist das leider nicht so einfach. 

Ich hoffe, der Artikel lädt euch trotzdem zum lesen ein.